5 Fragen an …
5 Fragen an Selina Meyer
Hier kommt die nächste Ausgabe unseres neuen Formats »5 Fragen an …«. Für alle, die es nicht mitbekommen haben: In diesem Format stellen wir euch interessante Menschen aus der Branche vor – diesmal Selina, die als Bookerin mit Künstler*innen wie Bibiza, Ikkimel und Nina Chuba arbeitet. Selina erklärt, mit welchem Vorurteil gegenüber FLINTA*-Acts sie beim Booking gern aufräumen würde, was sie an ihrem Job besonders liebt und ganz zum Schluss gibt sie noch Tipps zum Thema toxisches Verhalten am Arbeitsplatz.
Welches Vorurteil gegenüber FLINTA*-Acts im Booking-Prozess würdest du gerne ein für alleMal aus dem Weg räumen?
Manche Leute meinen, man muss FLINTA*-Acts nur für die Quote buchen. Eine gewisse Quote zu erfüllen ist super und wichtig. Aber es gibt so wahnsinnig gute FLINTA*-Acts und die werden gebucht, weil sie einfach gut sind. Das sollte man nicht despektierlich auf irgendeine Quote reduzieren.
Wann hattest du das letzte Mal das Gefühl: “Yes, genau dafür mache ich diesen Job.”?
Bei Konzerten gibt es oft diesen Moment, in dem ich kurz vergesse, dass ich gerade beruflich dort bin. Dann realisiere ich auch meistens, wie schön es ist in einem Job zu arbeiten, der mir so viel gibt. Ich bin wirklich dankbar, mit sehr vielen tollen Menschen gemeinsam auf solche Momente hinzuarbeiten. Ein absolutes Highlight war natürlich auch meine erste Arena Tour vor ein paar Wochen.
Empfindest du die Musikindustrie auch hinter den Kulissen als so divers, wie siesich nach außen gerne gibt?
Ich würde sagen es geht viel nach dem Motto „fake it till you make it“ – was ja grundsätzlich nicht nur schlecht ist. Das bedeutet ja, dass eine gewisse Awareness da ist, wo es im besten Fall hingehen sollte. Ich denke es ist noch sehr viel Luft nach oben, bin aber irgendwie auch zuversichtlich, dass noch einiges passieren wird in den nächsten Jahren (oder auch passieren muss).
Welchen Tipp hast du für den Umgang mit toxischer Männlichkeit im eigenenArbeitsumfeld?
Grundsätzlich finde ich es super wichtig Grenzen zu setzen. Zum einen sollte man die eigenen Grenzen für sich definieren und dann auch ganz klar nach Außen kommunizieren. Im besten Fall sucht man sich auch Hilfe, oder wenigstens eine Person mit der man darüber sprechen kann.
Wenn aber alles nichts hilft, dann weg mit toxischen Personen im Arbeitsumfeld, dafür verbringen wir alle viel zu viel Zeit mit arbeiten. Auch wenn das vielleicht mal bedeutet, das Arbeitsumfeld sehr grundlegend auszutauschen.
Dein perfekter Tag auf der c/o pop? ODER Wenn du bei der c/o pop ein eigenesPanel oder Programmpunkt kuratieren dürftest – wen würdest du einladen?
Ich würde glaube ich am liebsten eine Menge Leute einladen, die mich in den letzten Jahren so geprägt haben. Mentor:innen, Kolleg:innen, Geschäftspartner:innen, ich hatte wirklich viele Personen in meinem Umfeld die mir in sehr vielen Bereichen geholfen haben, mich supportet haben und mir Mut gemacht haben. Ich glaube es wäre schön all diesen Leuten mal eine Bühne zu bieten, oder sie einfach nur bei Drinks & Snacks zusammen zu bringen.
Als Bookerin arbeitet Selina Meyer aktuell unter anderem mit Künstler:innen wie Bibiza, Ikkimel, Luzine, Mathea, Nina Chuba und PaulWetz.
Nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gestaltete sie ab 2017 bei Four Artists als Projektmanagerin aktiv Tournee- und Konzerterlebnisse mit. Im Zuge des Firmenwechsels zur All Artists Agency im Jahr 2020 startete sie erste Schritte als Bookerin und betreute mit Nina Chuba ihre erste eigene Künstlerin.
Neben den obenstehenden Küstler:innen betreut die Agentur ansonsten um die 200 weitere Acts unterschiedlichster Genres im Live-Bereich.