• <h2>Sonntag, 19. August</h2>
  • <br /><papaya:media src="4b98ff518246d2f41e1e0f6d70aa7a82.jpg" width="244" height="163" align="left" resize="max" rspace="8" />Er kam, drehte und siegte: <strong>SVEN VÄTH</strong> sorgte beim krönenden Finale der c/o pop für "Gude Laune" satt. Abertausende von schlafüberdrüssigen Jung- und Altravern pilgerten zur Open-Air-Party der "Pollerwiesen" in den Jugendpark Köln, um den bekanntesten Techno-DJ der Welt mitzuerleben - trotz wechselhaften Wetters (hatte den angenehmen Nebeneffekt, die Freikörperkultur einzudämmen). Um 17 Uhr begann Sven, die Massen unter dem Ufo-Dach ordentlich in Wallung zu bringen. Grinsend schmiss er ein Deluxe-Menü der kickendsten Techno-Spielarten auf die Teller und riss schließlich die Trennscheibe zum Publikum vom DJ-Pult - sehr zur Freude aller Anwesenden: tobender Beifall, kollektiver Freudentaumel, Feier-Alarm galore! Auch Bürgermeisterin Elfie Scho-Antwerpes ließ sich von der Masseneuphorie anstecken: ravend wurde sie an der Seite des Superstar-DJs gesichtet. Nach über drei Stunden kam Sven aus dem DJ-Wagen gestolpert und fragte, wo es denn jetzt weitergeht...<br /> <br />Tagsüber beim <strong>SPEX 72 CUP </strong>traf man auf die wahren Kämpfer des Non-Stop-Party-Marathons: eben noch auf der Afterhour, jetzt schon auf dem Rasen. 20 Hobbyteams aus Musik und Medien liefen sich die Hacken wund, um die begehrte Fußball-Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Darunter die Titelverteidiger von Parallel, Stadt Venlo, 45 rpm und Stadt Revue. Zu Würstchen vom Grill, lecker Kölsch und elektronischen Beats holten die Spieler nochmal das Letzte aus sich heraus. In der Finalrunde traf Spex 72 auf den Angstgegner vom Cream Team. Zwei Lattenschüsse und zwei verwandelte Konter später mussten sich die Lokalmatadoren mit 0:2 geschlagen geben. Das Spiel um den dritten Platz gewannen sie dann aber souverän im Siebenmeterschießen gegen Real Made In mit Ribery-Effet und Adriano-Power. Ein herzlicher Glückwunsch geht an das Cream Team! Im Finale schlugen sie die Ex-Viva-Mannschaft SurVIVAlrocks mit 3:0. <br /><br />Mit der <strong>INDIECITYNIGHT</strong> im Rheintriadem und der letzten Party im Gewölbe klang die vierte Ausgabe vom c/o pop festival aus. Was für ein Finale, was für eine Woche: Die Bürgermeisterin mit gereckter Faust bei Sven, der Oberbürgermeister down mit Distortion, jede Nacht ein Bühnensturm im Gloria, Königsklasse bei Kompakt, Europareise und Deutschlandreise... Fünf Tage und Nächte lang versetzte das einzigartige Festival die Domstadt in einen freundlichen Ausnahmezustand. Wie vor ein paar Jahren vorhergesagt, hat sich die c/o pop 2007 endgültig zur "fünften elektronischen Jahreszeit" in Köln aufgeschwungen.<br /><br />Norbert Oberhaus, Geschäftsführer und Fels in der Brandung, bilanzierte mehr als zufrieden: "c/o pop hat dieses Jahr einen großen Sprung nach vorne gemacht, und ich freue mich mit dem gesamten Team auf c/o pop 2008."<br /><br />
  • <h2>Samstag, 18. August</h2>
  • <br /> Beim neu eingeführten Public Day auf der <strong>affair c/o pop</strong> war es ein bisschen wie bei "Alice im Wunderland": Hinter jeder Tür eröffnete sich ein eigenes Reich aus Musik, Design und Kunst. Freunde, Festivalgäste und Neugierige strömten tagsüber durch die Gänge im Rheintriadem und besuchten 100 der besten und interessantesten Labels. So spazierte man noch etwas übernächtigt von Showroom zu Showroom, von unplugged Folk-Einlagen zu Kicker-Turnieren, vom bollernden Technobunker zu leisen VJ-Installationen, von Sonig zu Gin Tonic. Dauernd liefen einem Clubbetreiber, Labelchefs, Magazinmacher und anderes prekarisiertes, aber glückliches Volk über den Weg. Auch <strong>WOLFGANG VOIGT</strong> genoss das bunte Nebeneinander auf diesem Eiland des Dancefloor-Planeten: "Die affair ist eine der schönsten Messen überhaupt, vom Spirit und vom Style her. Das ist wirklich alternativ, das ist ein guter Geist, das sind gute Leute." <papaya:link text="film" target="_blank" href="http://www.youtube.com/watch?v=JGbf9Mhsmi0" /><br /><br /><br /><br />Die Story des Tages verbreitete sich derweil wie ein Lauffeuer: Das mobile Festival <strong>DISTORTION</strong> hatte mit seinem Partybus Halt am Brüsseler Platz gemacht, um ihre Umwelt mit psychedelischem Ambient zu verschönern. Einige Taxifahrer fühlten sich wohl in ihrer Mittagspause gestört und riefen die Polizei. Gut, dass die Kopenhagener Meute zuvor beim c/o-pop-Empfang mit Oberbürgermeister Fritz Schramma im Rathaus zu Gast gewesen war. Dort hatten sie sich Arm in Arm mit dem Kölner Stadtoberhaupt ablichten lassen, dabei klebten sie ihm auch den berüchtigten Distortion-Sticker auf den Anzug. Als nun die Ordnungshüter anrückten und den spontanen Chill-Out verbieten wollten, zückten die Kopenhagener ihr Gruppenfoto mit Schramma: "Sehen Sie, Herr Wachtmeister. Wir wurden eingeladen, um in Ihrer Stadt Musik zu machen." Da blieb kein Zweifel, und man ließ sie zur Freude der versammelten Wochenendshopper noch eine Weile gewähren. <br /><br /><papaya:media src="dec82f120a477184bccc0024b036f863.jpg" subtitle="Eric D. Clark" alt="Eric D. Clark c/o pop" width="244" height="317" align="left" resize="abs" rspace="8" bspace="2" />Nicht nur für solche Geschichten ist Köln in diesen Tagen ein gutes Pflaster. Auf der Deutschlandreise stellten sich die kurzen Wege in der Stadt einmal mehr als perfekte Grundlage für das traditionelle Partyhopping heraus: Von Disco:zu:Disco in einer Nacht mit zwei Dutzend der knuddeligsten Dance-Music-Labels aus Deutschland. Im Stadtgarten waren gleich sechs Stück versammelt: <strong>MOON</strong> <strong>HARBOUR vs. HARTCHEF, BACKGROUND vs. SCAPE</strong> (mit einem tollen Future-Dancehall-Set von Kanadas finest <strong>DEADBEAT</strong>) und <strong>FIRM vs. GOMMA</strong>. Während die Münchener Gomma-Chefs aka <strong>MUNK</strong> entgrenzt und effektiv durch Popbastarde und Monster House rockten, zerrte ihr Live-Act <strong>RODION</strong> aus Italien mit überdrehtem 8-Bit-Kirmestechno leider nur an den Nerven - muss ja auch mal gesagt werden. Doch gleich im Anschluss betrat <strong>ERIC D. CLARK</strong> die Bühne. Als Reinkarnation von Sun Ra in wallende Gewänder gehüllt eröffnete Eric sein mit Spannung erwartetes Jungfernkonzert im Namen der Firma Firm mit einem John-Lennon-Song, um nahtlos in seine genuine Version von schräger Discomusik mit noch schrägerem Gesang überzugehen. Ganz großartigst! Ähnlich speziell ging es bei seinem ehemaligen Bandkollegen <strong>JUSTUS KÖHNCKE</strong> im The O. zu. Die irre Performance hinterließ ein gespaltetenes Publikum - eine Hälfte total begeistert, die andere befremdet, Auftrag erfüllt! Kein Problem für <strong>CARSTEN JOST</strong>: Der <strong>DIAL</strong>-Vorstand stiftete im Plattenumdrehen wieder Einheit auf dem Floor und tauchte die Nacht in ein Meer aus Glückseligkeit...<br /><br />Deutschlandreise, ein Clubmärchen.<br /><br />
  • <h2>Freitag, 17. August</h2>
  • <br /> <papaya:media src="77ce43ab74e32f6392abee290c98fa07.jpg" subtitle="Burger/Voigt" alt="Burger/Voigt" width="244" height="156" align="left" resize="max" rspace="8" /> Das Imperium raved zurück: Auf der alljährlichen Kompakt-Sause feierte sich das berühmteste Elektroniklabel Deutschlands im Zeichen der Familientradition. Sichtlich vergnügt spielten <strong>JÖRG BURGER</strong> und <strong>WOLFGANG VOIGT</strong> ihr erstes gemeinsames Live-Set seit 10 Jahren: Technoglam, Wüstentrance oder einfach die unkaputtbarste Kick seit Menschengedenken. Die Rückkehr von <strong>BURGER/VOIGT</strong> gestaltete sich als reine Herzenssache mit souveränem Understatement, wie es wohl nur den Pionieren des Sound Of Cologne zusteht. Warum auch das Rad neu erfinden, wenn's so rund läuft? Die versammelte Sippschaft, weit angereiste Fans und das Partyvolk dankte es den beiden Ikonen mit kinetischer Energie und frenetischem Beifall - Luftfeuchtigkeit steigend. Zur Belohnung gab's ein hübsches Kraftwerk-Cover. Während sich Bleed und die Welt auf der Außenterrasse trafen, ging es einen Stockwerk tiefer zur Sache. <strong>ROBERT BABICZ</strong>, auch bekannt als Rob Acid, verwandelte die Säulenhalle der ehemaligen Hauptpost in einen pulsierenden Klangtempel aus schüttelnden Leibern und leuchtenden Augen. Für sein Live-Set zwischen Motorcity und Sommer der Liebe gibt's den Arme-in-die-Luft-Orden der Nacht. Die blieben dann weiter oben bei <strong>JENNIFER CARDINI, TOBIAS THOMAS</strong> und - Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist: <strong>SUPERMAYER</strong>.<br /><br /><papaya:media src="23dc320f681581fdd2571decf9662598.jpg" subtitle="M.I.A. & Familie, backstage" alt="M.I.A. & Familie, backstage c/o pop" width="244" height="163" align="left" resize="max" rspace="8" />Das Gloria machte seinem Vorabendruf als Hexenkessel einmal mehr alle Ehre: Eine neue Nacht, ein neuer Sturm auf die Bühne. Entfacht hatte diesen <strong>M.I.A.</strong> aus UK, It-Girl von Nerdistan bis Bloghausen und an diesem Abend eine Göttin in Silber. Mehrmals machte sie sich die Theke zum Laufsteg und erklärte die Bühne schließlich zum Dancefloor. Anders als die schreckhafte Uffie gestern blieb <strong>M.I.A.</strong> mittendrin und hoppste munter mit den Mädels und Jungs ab. Später ging das Familienfest backstage weiter, u.a. mit ihrer Cousine aus Neuss (s. Foto). Fanfaren aus Maschinengewehrsalven und Alarmsirenen hatten ihre Melt!-Klub-Performance zwischen Bollywood und Hipsterhood eröffnet. Grime? Baile Funk? Banghra Breaks? Reggaton? Egal. Die Stilbastarde vom neuen Album "Kala" sind ein Fest der Bassrutschen, Percussionwände und Chants zum sofortigen Mitsingen. Ich bin Fan und brauche ein Tour-T-Shirt. <papaya:link text="film" target="_blank" href="http://www.youtube.com/watch?v=fLv5lkNeHDg" /><br /><br />In der Zwischenzeit irgendwo in der Stadt: Ein Bus hält an, er trägt das Zeichen "666", zischend öffnet sich die Tür, Nebel dringt aus dem Inneren, Stroboskopblitze zucken auf die Straße, ein roter Teppich wird ausgerollt: Heraus steigen <strong>DISTORTION</strong>, die bunte Meute verstrahlter Party-Anarchisten aus Kopenhagen. Also Boxen raus und los geht die Spaßguerilla, bis die Polizei kommt und mittanzt. Das Mobile Night Life Festival tingelte so von Club zu Club, um die Straße zurückzuerobern und auch mal den Toilettenbereich in eine temporäre Zone des Kontrollverlusts zu verwandeln. Ein besseres Transportmittel für die <strong>EUROPAREISE</strong> kann man sich gar nicht ausdenken.<br /><br />Für weitere interkontinentale Freuden sorgte der legendäre Plattendreher <strong>BEPPE LODA</strong> aus Italien mit einer Geschichtsstunde über Cosmic Disco. Eingeladen wurde der Pionier der 80er-Italo-Disco vom Synch-Festival aus Athen. Parallel rockte die Istanbuler Combo <strong>REPLIKAS</strong> im Saloon des Rheintriadems krautiger als Can erlaubt im Rahmen des Phonem-Showcase. Und dem springfestival aus Graz hatten wir das Gastspiel der Hohepriester des Dubstep zu verdanken. Was Kompakt für Techno ist, repräsentiert <strong>DMZ</strong> für den jüngsten Londoner Breakbeatspross. DMZ-Masterminds <strong>DIGITAL MYSTIKZ, LOEFAH</strong> u. a. waren aus Brixton angereist um mit beseelten Soundsystem-Vibes für basslastige Offenbarungen und warme Ohren zu sorgen. <br /><br />c/o pop, how low can you go?<br /><br />
  • <h2>Donnerstag, 16. August</h2>
  • <br /> <papaya:media src="febc2945a4405445238576a5fc9e5563.jpg" subtitle="Uffie backstage" alt="Uffie backstage" width="226" height="151" align="left" resize="max" rspace="8" />Kein Halten bei <strong>UFFIE</strong>: mitten im Set der Ed-Banger-Prinzessin stürmte das Publikum die Bühne. Masseneuphorie!<span style=""> </span>New-Rave-Riot! Anarchie auf der <strong>c/o pop</strong>! Es fing mit ein paar verwegenen Stagedivern an, und ehe man es sich versah, enterten immer mehr feierwütige Kids die Stage, bis die Party keine Grenzen mehr kannte. Gegen die spontane Selbstermächtigung der Pornobalken/ Lipgloss-Generation war die Security machtlos. Uffie verschanzte sich schnell
  • <p><span style="font-family: Arial;">hinter <strong>DJ FEADZ</strong>, erschrocken davon, wie wörtlich man auf der c/o pop ihren eigenen Spaßimperativ nimmt. Natürlich hatte die 19-jährige Chick-Rap-Ikone und ihr Partner zuvor die Menge ordentlich mit bratzenden Ed-Banger-Tunes eingeheizt - im Rob Base & DJ EZ Rock Style: It takes two to make a thing go wild!<span style=""> </span>Backstage sollte Feadz dann von ihrer besten Show in diesem Jahr sprechen. </span></p>
  • <br /><br />
  • <p><span style="font-family: Arial;">Auch in allen anderen Locations brummte es mächtig am zweiten Tag des c/o pop Festivals. Volles Haus und deepe Vibes bei der Innervisions-Nacht mit <strong>DJ DIXON,</strong></span><strong><span style="font-size: 13pt; font-family: "Lucida Grande"; color: black;"> </span></strong><strong><span style="font-family: Arial;">AME</span></strong><span style="font-family: Arial;"> und<strong> MARCUS WORGULL</strong> im Bogen 2. Und auch im Westpol herrschte dichtes Gedränge. Eingeladen hatte das Goethe-Institut zur Präsentation des internationalen Austauschprojekts "Die Asia-pazifische Platte", initiiert von <strong>HANS NIESWANDT</strong>. In der Bar gingen Elektronikproduzenten aus Südostasien auf Tuchfühlung mit ihren Partnern aus Deutschland, darunter die <strong>GEBRÜDER TEICHMANN, TURNER </strong>und<strong> VERT</strong>. Was <strong>TRI-MINH</strong> aus Hanoi/Vietnam, <strong>NANNUE TITIPIER</strong> aus Bangkok/Thailand oder <strong>XHIN</strong> aus Singapur musikalisch boten, braucht sich nicht zu verstecken: elektronische Dance Music nicht nur vom anderen Ende der Welt, sondern auch vom Feinsten - meine Goethe! </span></p>
  • <br /><br />
  • <p><span style="font-family: Arial;">Nebenan im Gewölbe ging die <strong>EUROPAREISE</strong> los. Für das M4Music-Festival aus Zürich betrat das enfant terrible des Schweizer Techno die Bühne: <strong>KALABRESE</strong> und Band. Da wurden zum Vierviertelmarsch Posaune und Live-Bass ausgepackt. Warum nicht? Auf der zweiten Station der Europareise ging es bizarrer zu, muss wohl was mit den Polarlichtern in Island zu tun haben. Im Rheintriadem präsentierte sich das Festival Iceland Airwaves aus Reykjavik zwischen zarter Intimität und entgrenztem Party-Spirit, u. a. mit einer wundervollen Performance von<strong> SEABEAR</strong> und dem manischen Gameboy-Punk von <strong>ULTRA MEGA TECHNOBANDID STÉFAN</strong>.</span></p>
  • <br />
  • <p><span style="font-family: Arial;">Mein persönliches Highlight war der sensationelle Auftritt von <strong>CANDIE HANK</strong> im Stadtgarten. Eigentlich hatten sich ja hier die alten Hasen der elektronischen Popkultur zum Klassentreffen der Schule von 1997 versammelt: <strong>DE:BUG, KARAOKE KALK, AUTOPILOT, MONIKA </strong>und<strong> SONIG</strong>. Abgeräumt hat dann aber der jüngste Sproß der Sonig-Familie, der einzig wahre E' de Cologne: Patric Catani alias Candie Hank. Getarnt als verlorener Sohn der Stadt brachte der Längst-Kreuzberger das minimale Köln mit maximalem Digital Hardcore, verzwurbeltem Acid-Dancehall, Puppetmastaz-Skills und einer Elvis-Hommage zum Toben. Und setzte immer noch einen drauf. "Ich hab' das Gefühl, ich kenne diese Raststätte" - spätestens mit diesem Vers bekam er sie alle. Oder wann sieht man schonmal Wolfgang Voigt, Jan St. Werner, Riley und Khan gemeinsam auf einem Dancefloor abmoshen? Da blieb Schad Privat of Schaeben & Voss fame nur noch übrig, begeistert zu gröhlen: "Ede, du hast den House kaputt jemaat!" <br /></span></p>
  • <p><span style="font-family: Arial;"><br />Es folgt: Die Wiederauferstehung.</span></p>
  • <br /><br />
  • <h2>Mittwoch, 15. August</h2>
  • <papaya:media src="e804401c3f4d17e985c0c422256f8477.jpg" subtitle="BATTLES, opening c/o pop" alt="BATTLES, opening c/o pop" width="226" height="262" align="left" resize="max" rspace="8" /> c/o pop 2007, der erste Tag, last das Fest beginnen! Schon am frühen Abend füllte sich der Prachtbau des Rheintriadems mit offiziellen Gästen, bunten Szenevögeln und jeder Menge Exilanten aus Berlin, die herzlich begrüßt wurden. Zum Auftakt des Festivals für elektronische Popkultur - und mehr! - spielten eher ungewöhnliche dafür aber umso brillantere Bands auf.<br /><br />Den Anfang machten die Fehlfarben aus Düsseldorf in der Festivalzentrale. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Projekt "Pop am Rhein" hatte man die Punk-Legenden für ein exklusives, als "unplugged" angekündigtes Konzert gewonnen - wohl aus Sorge um den Putz in der Alten Bahndirektion. Was kurz nach 20 Uhr aber von der Bühne tönte, war alles andere als unverkabelt. Die Band spielte voll verstärkt, ließ die Gitarren schmettern, und der Groove von Schlagzeugerin Saskia von Klitzing trieb die kultigen Herren zur Bestform. Im Zentrum der mythenumrankte Sänger Peter Hein - klar: nicht mehr der Jüngste, dennoch bissiger als dein Raver von nebenan nachts um halb drei überm Klodeckel. Den Kopf angeschrägt und die Religionslehrermatte von einem ominösen Luftzug umweht, sang Hein neue Songs aus dem "Handbuch für die Welt" und Klassiker wie "Paul ist tot" von vor über 20 Jahren. Sehr zur Freude der zahlreich anwesenden Fans der ersten Stunde. Ehrfürchtig beobachteten sie das energische Fußstampfen des Meisters und versuchten, Sinn aus den Pausenkommentaren in Richtung Kapital zu filtern - getreu dem Reunion-Motto der Fehlfarben "Scheiße, nix neues - Scheiße, nix mehr wie früher!" Übrigens: Ihren Hit spielten sie natürlich nicht.<br /> <br /> Also auf zum Gloria: Vor dem ehemaligen Pornokino knubbelten sich Menschentrauben, um <strong>Apparat feat. Raz O'Hara</strong> und die Überband <strong>Battles</strong> aus NYC live zu erleben - und um nicht nass zu werden. Trotz Platzregen war das Haus pickepackevoll. Der Berliner Elektronikmusiker Apparat lieferte ein überraschend softes Set: kein Industrial-DSP-Geschredder wie auf seinen Shitkatapult-Veröffentlichungen, sondern waschechte Songs vorgetragen im träumerischen Falsetto mit isländischem Whimpfaktor 10, auf dass Mädchenherzen höher schlagen. <br /><br />Nach einem kurzen Soundcheck betrat um 23 Uhr die Attraktion des Abends die Bühne: Battles, ihres Zeichens die perfektionistischste, disziplinierteste, genialste geile Band seit der Erfindung des kollektiven Freudentaumels. Und sie sollten ihrem Ruf mehr als gerecht werden. Nach dem Konzert waren aus dem Publikum nur noch Halbsätze wie "Wahnsinn!" und "Unglaublich!" zu hören, manch einer sprach gar vom "Konzert meines Lebens!" Aufgestellt in einer Phalanx der Exzellenz spielte das Quartett ihren krautig psychedelischen Robotrock vom aktuellen Warp-Album "Mirrored" wie eine Eins runter. Dabei bediente Tyondai Braxton auch mal gleichzeitig Gitarre, Keyboard und Touchpad. Der Motor dieser dampfenden 4-Mucker-Maschine ist aber Drummer John Stanier of Helmet-fame. Zähnefletschend trommelte Stanier funky und krumm, aggressiv und virtuos in einem Schlag zugleich, bis er in einer Lache Schweiß stand, von oben bis unten durchnässt, umringt von Bergen aus triefenden Handtüchern - und ekstatisch begeisterten Menschen. <br /><br />So kann's weitergehen!<br /><br />
  • <h2>Imageloop c/o pop 2007</h2>
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